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Die Art City Bologna 2026 im Rückblick. Unser Bericht über dieses Kunstwochenende mit Begegnungen, Ausstellungen und Installationen


Was ist auf dieser Ausgabe der Art City Bologna 2026 passiert und welches waren die Höhepunkte bei der 3-tägigen Initiative in Bolognas Stadtmitte? Lassen wir die Momente dieses Dialogs zwischen Kunst und Kultur mit den Events von Marca Corona per l’Arte noch einmal Revue passieren.
 

Panoramaansicht der Ausstellung mit Keramikinstallationen und beleuchteter Bühne.

Das beliebte Event der Art City Bologna 2026 stand im Mittelpunkt des Wochenendes vom 6. bis 8. Februar. Geboten wurden Begegnungen und Ausstellungsrundgänge, die den Dialog zwischen Kunst und Stadt fördern und die Veranstaltung zu einer der bedeutendsten Veranstaltungen im italienischen Kunst- und Kulturkalender machten.

In diesem Kontext waren wir mit Marca Corona per l’Arte (Marca Corona für Kunst) Teil der erfolgreichen Veranstaltung, bei der wir zum 4. Mal in Folge Partner des Veranstaltungsprogramms für Freitag, Samstag und Sonntag waren.

Unser Bericht über die Ereignisse rekapituliert daher die Momente dieser 3 Tage im Teatro San Leonardo in der Via San Vitale 63, das nicht nur zum Ausstellungsraum für die Ausstellung “ricAMARE. Il ricamo è un gesto d'amore” (dt.: Sticken. Stickerei ist eine Liebesgeste) des Künstlers Pino Deodato wurde, sondern auch Schauplatz und Kulisse für den Preis Premio Marca Corona für junge Nachwuchskünstler sowie für das Symposium über Wohnarchitektur „Il tempo del ritrovarsi: il progetto della quotidianità” (Momente des Zusammenkommens: das Projekt der Alltäglichkeit).

Wohnarchitektur auf der Art City Bologna 2026 mit dem Symposium „Il tempo del ritrovarsi: il progetto della quotidianità“ neu entdecken

Unser Rückblick auf die Art City Bologna 2026 beginnt mit dem Treffen, das das Veranstaltungswochenende von Marca Corona per l'Arte eröffnet hat.

Am Vormittag des Freitags, 6. Februar lud das Symposium „Il tempo del ritrovarsi: il progetto della quotidianità“ Gäste und Teilnehmer zu Gesprächen über das Thema Wohnarchitektur und deren soziale Rolle ein, auch angesichts der kontroversen Dynamiken im Immobilienbereich, die oft die diesbezügliche Berichterstattung beherrschen.

In den beiden folgenden Vorträgen - der 1. mit dem Titel „Economia domestica: quando lo spazio casalingo incontra la finanza“ (Haushaltsführung: Wenn Wohnbedarf und Finanzen aufeinandertreffen) und der 2. mit dem Titel „La casa di tutti i giorni“ (Das alltägliche Zuhause) - regte die Wiederentdeckung der im Alltag genutzten Räumlichkeiten und ihre zentrale Bedeutung in Wohnprojekten die Debatte zwischen Referenten und Publikum an, mit Überlegungen, die Aspekte wie Prozesse, Veränderungen und Wandel für Städte, Gemeinschaften und Architektur beleuchteten.

Conferenza in sala storica con relatore sul palco e pubblico seduto.

Der einleitende Vortrag des Anthropologen Franco La Cecla „Addomesticare l'architettura. Come rendere l'architettura vicina alle maniere di vivere della gente (cultura per cultura)“ (Architektur „domestizieren“. Wie man Architektur an die Lebensweise der Menschen anpasst (Kultur für Kultur)) hat sofort den Schwerpunkt auf diese wichtigen Aspekte gelegt und „Domestizierung“ vor allem als urbane, kulturelle und relationale Vorgehensweise erklärt.

Die 1. Podiumsdiskussion mit Emily Marion Clancy, Marco Battaglia und Marco Marcatili bot die Gelegenheit, über das eigene Zuhause als soziales Gut und Mittel zur Wiederbelebung der Stadt zu sprechen und den Fokus auf Wohnungspolitik, Finanzen und Entwicklungen der Haushaltsführung in den letzten Jahren auszuweiten.

Tavola rotonda con quattro relatori seduti su poltrone blu sul palco.

Die 2. Podiumsdiskussion mit Stefano Betti, Davide Tommaso Ferrando und Stefano Pujatti hat das Thema der zwischenmenschlichen Beziehungen zur Sprache gebracht und ist auf Empathie, Teilhabe und Wahrnehmung beim Bau der Städte von morgen eingegangen, in denen die Nutzung des täglichen Raums auf die Menschen und ihre Lebensbedürfnisse zugeschnitten ist.

Moderiert wurden beide Diskussionen von Pierluigi Molteni, der während der Veranstaltung hervorhob, dass „keine alten Formen, sondern alte Qualitäten gefragt sind. Was manchmal fehlt, ist nicht die Kompetenz, sondern der Sinn beim Handeln“.

Und genau in Bezug auf die Bedeutung des Entwerfens von Wohnarchitektur wollte das Symposium „Il tempo del ritrovarsi: il progetto della quotidianità” eine Gelegenheit zum Dialog und zur Wiederentdeckung schaffen, um zu versuchen, den Alltag mit neuem Wissen und neuer Aufmerksamkeit anzugehen.

Dibattito sul palco con proiezione di modelli architettonici sullo sfondo.

Bei der Art City Bologna 2026 war der Abend des Preises ‚Premio Marca Corona‘ jungen Nachwuchstalenten aus der Welt der Kunst und des Designs gewidmet

In dieser Zusammenfassung der Höhepunkte unserer Art City Bologna 2026 gehört die Preisverleihung des Wettbewerbs ‚Premio Marca Corona‘ für Nachwuchskünstler zu den bewegendsten Momenten.

Der inzwischen zum 4. Mal vergebene Preis Premio Marca Corona stellt seit jeher junge Kreative aus der Welt der Kunst und des Designs in den Mittelpunkt, mit dem Ziel, ihnen eine konkrete und lukrative Gelegenheit zu bieten, ihr Talent bekannt zu machen und mit der nationalen und internationalen Kunstszene in Kontakt zu treten.

Am Abend des 6. Februar wurden die Kandidaten auf die Bühne des Teatro San Leonardo gerufen, die in diesem Jahr von der Jury ausgewählt wurden. Diese bestand aus:

  • Pino Deodato (Künstler und Bildhauer)
  • Beatrice Audrito (Kuratorin)
  • Susanna Orlando (Galeristin)
  • Antonio D'Amico (Direktor des Museums Bagatti Valsecchi, Mailand)
  • Davide Sarchioni (Kurator und Historiker für zeitgenössische Kunst)
  • Paola Rivetta (Journalistin für Kultur und Wissenschaft)
  • Marco Bassan (Kurator für zeitgenössische Kunst, Gründer von Spazio Taverna)
  • Luca Fiandri (Leiter F&E bei Marca Corona)
  • Mariachiara Russo (Leiterin Produktentwicklung und Kreativvision bei Marca Corona)

Das Thema des Wettbewerbs und des Projekts 2026 „Mani-mente-Mani. Allegorie della materia e della relazione” (Hände-Bewusstsein-Hände. Sinnbilder für Materie und Zusammenhänge) konzentrierte sich auf manuelle Geschicklichkeit, den Wert von Gesten und die Beziehung zur Materie, als Gegenpol zur digitalen Welt und zur Entmaterialisierung der heutigen visuellen Ausdrucksweise.

Der ‚Premio Marca Corona 2025-2026‘ ging an den Künstler Alessio Barchitta mit seinem Werk „Digitale“ (Fingerabdrücke).

Nach Ansicht der Jury hat „Digitale” das Thema des diesjährigen Wettbewerbs am besten interpretiert und den Wert des gemeinsamen manuellen Schaffens dargestellt, um die greifbare und relationale Dimension der Kunst wieder in den Mittelpunkt zu rücken.

Alessio Barchitta ist Jahrgang 1991 und pendelt in seinem Privat- und Berufsleben zwischen Sizilien und Mailand hin und her. Bei seinen Recherchen, die stets heterogen und komplex sind, spielt die Auswahl des Materials eine fundamentale Rolle.

Als Gewinner des Preises kann Barchitta sein Werk im Rahmen einer Künstlerresidenz bei Marca Corona realisieren. Das Werk wird im Herbst 2026 während der Eröffnung der 5. Ausgabe von Marca Corona per l'Arte der Öffentlichkeit präsentiert und anschließend in die Kunstkollektionen der Galleria Marca Corona aufgenommen.

Cerimonia di premiazione con consegna del riconoscimento sul palco.

Zweite des Wettbewerbs ist Gina Tamborra mit ihrem Werk „Ri Suona il Sasso“ (Den Stein erneut zum Erklingen bringen).

Als bildende Künstlerin und Performerin beschäftigt sich Gina Tamborra mit den Themen psychische Gesundheit, Körperlichkeit und der Situation der Frau, die sie mit klarem und kritischem Blick betrachtet und zum Motor und Gegenstand ihrer künstlerischen Tätigkeiten macht.

Mit „Ri Suona il Sasso” bringt Tamborra 2 weit voneinander entfernte Gebiete in einen Dialog, die jedoch durch eine persönliche und kollektive Geschichte miteinander verbunden sind: Sassuolo und Irsina (Provinz Materia), eine Stadt, aus der bereits in den 1950er Jahren viele Menschen auswanderten, um im Umland Sassuolos zu arbeiten und so zum Wachstum der Keramikindustrie und zur Entwicklung der Region beizutragen.

Der Titel „Ri Suona il Sasso“ leitet sich aus dem Anagramm dieser beiden Orte ab und erinnert an das Echo der Erde, an die Geste, die das Material erweckt, die Erinnerung, die durch die Hände wieder zu vibrieren beginnt.

Für die Jury stellt das Werk von Gina Tamborra eine visuelle Meditation über die Geste als Brücke zwischen Orten, Wurzeln und Menschen dar. Eine Einladung, die Materie als Stimme und manuelle Geschicklichkeit als Instrument der Erzählung, der Verwandlung und der gemeinsamen Erinnerung wiederzuentdecken.

Der dritte Platz des Wettbewerbs geht an Francesco Bendini mit dem Werk „Superficie orale” (Mundfläche): eine Arbeit, die auf Verwendung des Mundes als Instrument zur Modellierung der Materie basiert, in einer intimen und ursprünglichen Dimension des künstlerischen Schaffens.

Das Werk lädt dazu ein, die körperliche Natur der Kunst wiederzuentdecken, wo die Materie – in diesem Fall Ton – nicht nur mit den Händen bearbeitet, sondern direkt gekaut wird, wodurch die Geste auf eine radikale Art und Weise mit einbezogen wird.

Genau wegen dieser Originalität und künstlerischen Authentizität hat die Jury das Werk ausgewählt und seinen ausdrucksstarken Wert gewürdigt, bei dem die Fehler, die Grenzen und Unvollkommenheiten menschlichen Handelns der technischen Standardisierung entgegenstehen und dem Material seinen ursprünglichen Zustand zurückgeben.

Der in Turin lebende bildende Künstler Francesco Bendini bricht mit den Konventionen der Einzigartigkeit und Monumentalität durch einen skulpturalen, prozessualen und verhaltensorientierten Ansatz, der emotionale Erinnerungen in Formen verwandelt, die mit der Gegenwart kommunizieren. Seine Werke erzeugen eine konzeptuelle Spannung, in der Material und Objekte Fragen aufwerfen und zwischen Feierlichkeit und Skurrilität schwanken.

Auch bei dieser Gelegenheit richtete der Preis ‚Premio Marca Corona‘ das Rampenlicht auf die neue Generation und Talente aus dem Bereich zeitgenössische Kunst und Design und hat einen Treffpunkt geschaffen, an dem aufstrebende Künstler mit Experten, Galeristen, Museen und Fachzeitschriften in Kontakt treten können, um die Reichweite neuer Botschaften in puncto Materie, Vision und Kultur zu erweitern.

Foto di gruppo dei partecipanti sul palco durante il Premio Marca Corona.
Opere in ceramica esposte in teche illuminate sotto un arco monumentale.

„ricAMARE. Il ricamo è un gesto d'amore“: die Ausstellung von Pino Deodato gehört zu den wichtigsten Events der Art City Bologna 2026 und Art City White Night

Zu den Highlights an diesem Wochenende von Art City Bologna 2026 gehörte natürlich auch die von Beatrice Audrito kuratierte Ausstellung von Pino Deodato „ricAMARE. Il ricamo è un gesto d'amore“.

Eine der bedeutendsten Veranstaltungen des Programms der Initiative war die Ausstellung im Teatro San Leonardo, die die zahlreichen Besucher, die sie während der Sonderöffnungszeiten am Samstag anlässlich der Art City White Night und am Sonntag live erkundeten, neugierig machte und faszinierte.

Für die Ausstellung während der Art City Bologna 2026 wurde eine spezielle Inszenierung geschaffen, die im Dialog mit der Kulisse die Skulpturen in ihrer ganzen Reinheit und Erhabenheit hervorhob.

Im Mittelpunkt des Theaters stand das Hauptwerk, das der Ausstellung ihren Namen gab: „ricAMARE, realisiert in Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern von Marca Corona im Rahmen des Projekts Marca Corona per l'Arte.

Ein großes Mosaik mit Reliefs, in dem jedes kleinste Detail über Gesten und Erfahrungen zu berichten weiß, und das alles „gestickt” auf weiß glasierter Terrakotta und mit goldenen Verzierungen.

Für Deodato ist „Stickerei” ein Akt mit tiefer Bedeutung und Symbolik, der Sorgfalt, Hingabe, handwerkliches Können und die Verwandlung von Materie in Kunst vereint.

Die Technik des Stickens auf Ton kommt auch in dem partizipativen Werk „Infiorata per la libertà” (Blumenbeete für die Freiheit) vor, ebenfalls Teil der Ausstellung und Ergebnis des zweitägigen Workshops für Schüler des Liceo Artistico A. Venturi in Modena und des Liceo Artistico G. Chierici in Reggio Emilia, bei dem Pino Deodato die Jugendlichen bei der Schaffung dieses gemeinsamen Werks anleitete. Das Ergebnis sind 91 „gestickte” Reliefs, die ein einziges großes und einfarbiges Arrangement in Weiß bilden, das Dialog, Ausdrucksfreiheit und gemeinsames Engagement symbolisiert.

Dettaglio ravvicinato di piastrelle in ceramica con superficie texturizzata e riflessi di luce.

Wie der Künstler selbst während der Begegnung mit dem Publikum der Art City Bologna erklärte:

Handeln ist wichtig, denn am Ende entsteht ein Gegenstand: etwas, was man sehen und anfassen kann. Deshalb immer daran denken, dass es nicht nur aufs Wissen, sondern auch aufs „Können“ ankommt.

Von diesem Konzept ausgehend, verbindet die Kunstsprache von Pino Deodato die Menschen durch Kreativität, manuelle Geschicklichkeit und den Dialog, den seine Werke schaffen.

Die Ausstellung umfasste auch einige persönliche Werke des Künstlers: Skulpturen von ergreifender Reinheit und Realismus, die universelle Themen wie die Beziehung zwischen Mensch und Natur und die Bedeutung von Langsamkeit und Aufmerksamkeit in zwischenmenschlichen Beziehungen widerspiegeln.

Einmal mehr hat sich zeitgenössische Kunst als eine äußerst wirkungsvolle Ausdrucksweise erwiesen, die Menschen jeden Alters und jeder Herkunft anspricht, um von unserer heutigen Zeit und dem zu erzählen, was wir als Menschen jeden Tag erleben.


Die Veranstaltungen im Rahmen der Initiativen von Marca Corona per l‘Arte und der Galleria Marca Corona werden auch nach der Art City Bologna 2026 fortgesetzt.
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